Warum Reichweite und Klicks nicht mehr ausreichen
Der Status quo trägt nicht mehr
Im Paid Media des Jahres 2026 ist Stillstand keine Option. Wer verharrt, verliert Relevanz. Klassische Mediaplanung löst sich zunehmend auf. An ihre Stelle treten zwei neue Leitwährungen: Intent und Attention. Nicht mehr Reichweite oder Klickzahlen entscheiden über Erfolg, sondern die Fähigkeit, Bedürfnisse im richtigen Moment zu erkennen und Aufmerksamkeit sinnvoll zu nutzen.
Manuelles Kleinstmanagement von Kampagnen verliert an Bedeutung. Erfolg entsteht nicht mehr durch technische Detailarbeit, sondern durch strategische Führung. Wer KI-Systeme richtig orchestriert und klare Markenbotschaften formuliert, setzt sich durch.
KI als Autopilot
Das klassische Keyword-Marketing steht vor seinem endgültigen Ende. Wo früher Listen gepflegt und Gebote manuell angepasst wurden, arbeiten heute autonome Systeme. In SEA und Video-Ads identifiziert KI die tatsächliche Absicht hinter einer Interaktion präziser, als es manuell möglich wäre.
Gerade im Video Advertising zeigt sich dieser Wandel deutlich. Kampagnen werden nicht mehr aus dem Bauch heraus bewertet. Systeme analysieren Platzierungen, Zeitfenster und Nutzungssituationen und maximieren Aufmerksamkeit dort, wo sie den größten Wert hat. Die Rolle der Marketer verändert sich. Sie steuern nicht mehr jede Schraube, sondern definieren Richtung, Ziel und Rahmen.
„Die KI übernimmt die Steuerung, ähnlich wie bei einem autonomen Auto. Du gibst die Richtung vor, aber die KI passt das Tempo, die Route und die Entscheidungen in Echtzeit an“, so Denkströme CEO Fabian Schmid.
Sichtbarkeit jenseits von Platz eins
Suchverhalten verändert sich grundlegend. KI-basierte Antwortsysteme liefern Informationen direkt im Interface. Klicks werden seltener. Gleichzeitig entstehen neue Formen von Sichtbarkeit. Erste Systeme integrieren bereits Empfehlungen, Vergleiche und perspektivisch sogar den Checkout.
Markenpräsenz verlagert sich damit in KI-generierte Antwortlogiken. Verständlichkeit wird wichtiger als Keyword-Dichte. Large Language Models wie ChatGPT oder Perplexity entscheiden nach Kontext, Relevanz und Klarheit. Wer 2026 sichtbar sein will, braucht saubere Produktdaten, konsistente Botschaften und eine belastbare First-Party-Datenstrategie. Nur so wird eine Marke überhaupt Teil der Antwort.
Das neue Targeting
Da Targeting und Gebotslogiken weitgehend automatisiert sind, entscheidet das Creative über die Performance. Der Algorithmus findet die passende Zielgruppe selbst, wenn Botschaft und Einstieg klar genug sind.
Der entscheidende Hebel heißt Creative Ops. Erfolgreiche Marken arbeiten mit klaren Prozessen, schnellen Iterationen und vielen Varianten. Hooks, Visuals und Tonalitäten werden systematisch getestet und weiterentwickelt. Auch Audio gewinnt an Bedeutung. KI ermöglicht effiziente Produktion, aber Markencharakter entsteht weiterhin durch saubere Konzeption. Nicht die Zielgruppeneinstellung entscheidet. Die Botschaft tut es.
Video-First Discovery: Die Kontaktkette vor der Suche
Video ist 2026 der wichtigste Einstiegspunkt in die Customer Journey. Reels, Shorts und CTV erzeugen Aufmerksamkeit, bevor Nutzer aktiv suchen. Discovery findet früh statt und prägt Entscheidungen langfristig.
Video schafft Nachfrage. Search greift sie später auf. Diese Kontaktkette ist entscheidend. Da klassische Suchklicks abnehmen, wird die Discovery-Phase zum zentralen Erfolgsfaktor. Wer hier nicht präsent ist, wird von KI-Systemen im späteren Kaufprozess oft gar nicht mehr berücksichtigt.
Strategie schlägt Technik
Paid Media 2026 ist kein Spielplatz für Tools, sondern ein System aus Daten, Kreativität und klarer Führung. KI skaliert. Menschen steuern.
Die Grundlage bildet saubere Struktur. Wer seine Daten, Produkte und Botschaften klar formuliert, bleibt für Algorithmen verständlich und relevant.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, welche Plattform man nutzt. Sondern ob Markenbotschaften und Daten heute schon präzise genug sind, um morgen von KI-Systemen als die richtige Antwort erkannt zu werden.

